Spontan

Meine Cosmotheoria-Reise drehte sich immer wieder um die Frage: „Bin ich verrückt, oder die Welt?“

Ich kam zu dieser Frage, weil meine Gefühle immer wieder von Außenstehenden infrage gestellt wurden beziehungsweise geleugnet wurden.

Ganz ehrlich, falls man nicht schon vorher verrückt war, spätestens in diesem Prozess wird man verrückt! Vollkommen gaga!

Wenn das zu 100% geschieht, dann ist ja alles klar. Dann gibt es keine Diskussion, und man beginnt sich automatisch an die neue Realität anzupassen. Aber (!), wenn es immer wieder Indizien gibt, dass es doch keine 100% sind, dann verändert sich alles.

Ich beginne dann wie eine Verrückte zu graben. Hab da ja grad was gesehen, also los buddeln. Es ist nur eine Frage der Zeit bis man was findet.

Hin und wieder strecke ich dann ein Körnchen in den Himmel und schreie: „Hey, verdammt nochmal ich wusste es doch. Hier schaut mal!“

Okay leider steht dann halt keiner in der Nähe, beziehungsweise wenn doch, dann kommen irritierte Blicke. Mit der Aussage: „Oida, was macht die denn da bitte. Die ist voll dreckig und buddelt da in irgendeinem Loch herum. Was sucht die dort? Da gibts ja nix. Verrückte!“

Okay, kann ich schon verstehen, also dass das komisch aussieht. Muss jetzt selbst darüber grinsen. Aber wie soll ich das sonst machen? Kann ja nicht warten, bis sich die Erde auftut und mir die Körnchen an die Oberfläche befördert. Da muss ich halt selbst Hand anlegen, wenn ich möchte, dass da was passiert.

Doof ist halt, dass meine kleinen Körnchen keinen Wert haben, auf dem Markt. Die ganze Mühe kann mir also keinen Reichtum oder Anerkennung bescheren, nur eigene Genugtuung. Wenn man das jetzt so betrachtet, befinden wir uns bei dem Thema Motivation. Da fällt mir der Begriff „Flow“ ein, oder „intrinsische Motivation“. Obwohl ich mit dem Letzteren noch ein Hühnchen zu rupfen habe. Ja so ist das bei mir. Wenn ich einem Begriff begegne und der nicht in meinen Kopf will, dann hat´s da was. Das fühlt sich dann verschleiert an, ich habe dann eine Abneigung diesem Begriff gegenüber. Das dauert dann oft gefühlte Ewigkeiten bis ich drauf komme warum. Das kommt daher, dass ich schwer auswendig lernen kann. Nein das ist nicht ganz korrekt, mein Gehirn ist nicht gemacht zum Auswendiglernen. Aus der Not heraus habe ich mir diese behindernde Fähigkeit leider selbst aneignen müssen. Aber eigentlich kotzt es mich an. Finde ich so sinnlos wie Smalltalk. Oder Auszeichnungen, oder Pokale. Da finde ich schon eine Unterhose am Weihnachtsbaum sinnvoller, bringt einen wenigstens zum Lachen. An den anderen Sachen finde ich gar nichts zum Lachen. Ich finde das gehört offiziell eigentlich in die Rubrik: Gewalt. „Psychische Vergewaltigung“, falls man nach einem Wort dafür sucht. Aber ich möchte dem nicht einmal einen Namen geben. Es soll unansprechbar für mich sein, so abstoßend finde ich das. Ich werde es mit aktiver Inbrunst ignorieren. Basta!

Naa, das „Basta“ war nicht so ernstgemeint, man kann eh darüber reden :). Manchmal muss man einfach fauchen wie ein Tiger, damit man ernst genommen wird. Stimmt doch, oder?! Oder wenn man die Statur dazu hat, kann man sich ja aufbäumen und ein bisschen mit den Muskeln spielen. Hab ich aber nicht, also gibts nur meine verbalen Krallen. „GRR-WOARRR!!“

Da gibt es auch so einen lustigen Trick. Wenn man einem aggressiven Tier begegnet, kann man einfach langsam Platz machen und etwas Leckeres hinwerfen. Wenn man ihn weiter bedrängt, sollte man sich nicht wundern, wenn er richtig bösartig wird.

Ist natürlich nur eine Metapher, keine Ahnung ob das immer funktioniert :).

Vertrauen ist besser als Kontrolle. Wir haben so viele weise Sprüche im umgangssprachlichen Gebrauch, aber sind leider oft unfähig sie zu verstehen beziehungsweise anzuwenden.

Vertrauen ist ja quasi ein emotionaler Vorschuss. Man schenkt dem anderen Raum, weil man davon überzeugt ist, dass er ihn gut nützen wird. Vertrauen heißt aber nicht, dass man einen Vorschuss gibt, und insgeheim hofft, dass der andere das machen wird was man sich selbst wünscht. Nö. Vertrauen heißt: Ich habe keine Ahnung was du da machst, aber ich glaube an dich und an das Größere. Vertrauen, ist sowas wie eingestehen, dass man nicht weiß und es trotzdem zulässt. Sich trauen loszulassen.

Okay okay, ich weiß schon, dass es oft anders verwendet wird. Also so: „Ich vertraue dir, dass du nix Schlimmes machen wirst.“

Das ist eine echt komische Aussage, denn sie sagt eigentlich aus: „Ich habe Angst. Ich glaube du wirst etwas Schlimmes machen. Ich lass dich aber jetzt gehen, weil du hoffentlich weißt, dass du mich verletzt wenn du was Schlimmes machen würdest.“ So in der Art.

Das ist nicht Vertrauen, dass ist emotionale Erpressung, nur so am Rande.

Wie bin ich jetzt eigentlich darauf gekommen? Ja so ist das, wenn man planlos und vollkommen spontan schreibt. Man weiß einfach nicht was sich ergibt und auch nicht, wo man am Ende landen wird. Also ein Echtzeit-Projekt.

Und das Darübernachdenken hat mich wieder aus dem Fluss gebracht, Mist. Macht nix, es gibt ja ein nächstes Mal…

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