Der Wirbel (4)

Hier stehe ich nun, wie gelähmt mitten von verschiedenen Welten, in mir eine ganz eigene. Die Sonne erhitzt meinen Körper. Vor mir das Meer, was Abkühlung verspricht. Aber wird es abkühlen können, was sich in mir entfacht? Denn nicht nur mein Körper fühlt sich entflammt, meine Seele glüht, sie schreit nach Höhe und Weite. Will sich in den Himmel aufwölben und Funken sprühen.

Wenn euch schon meine Schuppen beklemmen, was passiert wenn ich richtig loslege? Was passiert wenn sich meine Schuppen spreizen wie ein Irokese? Wenn sie sich wie wütende scharfe Platten nach dem Horizont recken? Wenn ich mich erhebe und meine Energie freien Lauf lasse? Wenn das Gestoppte keine Grenzen mehr aufgebürdet bekommt? Wenn ich mich drehe und wie ein Wirbel in die Lüfte rase? Wenn ich rücksichtslos mir meinen Weg durch die Brise des Tages und der Nacht bahne? Wenn ich klirrende Geräusche erzeuge, wenn ich kreische und unharmonische Töne von mir gebe? Wenn ich ausdrücke, was ich alles bin?

Wer kann das verstehen, wenn ich schon hier ruhig stehend nicht verstanden werde?

Wer wird nicht in Deckung gehen oder mich als Bedrohung sehen?

Ich schaue in den Himmel und sehe Wolken die vorbeiziehen wie ein Nebel. Wolken die sich langsam aufbäumen und sich in der Form so schnell verändern, wie in ihrer Lage. Sie erinnern mich an meinen inneren Wirbel. Sie dürfen, was mir untersagt scheint. Sie sind dafür geboren.

Wäre ich nur eine Wolke. Wäre ich nur ein Orkan. Dann wäre ich.

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