Eros

Ein köstliches Mahl, ein Korb mit frischen Früchten, bereit zum Verzehren. Man möchte eine Traube pflücken, in sie sanft reinbeißen und den Saft kosten. Der Mund wird schon nasser vor Vorfreude. Er erinnert sich an den süßen Geschmack.

Das Beobachten der reifen Früchte, bringt ein Begehren mit sich, welches sich durch das Nichtausleben steigert. Das Warten ist eine befriedigende Selbstgeißelung. Es gleich zu bekommen verdirbt den Spaß. Die Phantasie soll noch ein wenig wüten können. Sie soll Synapsen zum schwingen bringen, bis alle Wege gleichzeitig befahren werden und ein dumpfes und gleichzeitig vollkommen klares Bild hinterlässt. Die Traube wird immer runder, immer glänzender und immer süßer. Sie flüstert: „Nimm mich!“

Die leise Aufforderung macht einen wahnsinnig. Soll ich verschlingen, nach was ich dürste? Oder macht das Dürsten so Freude? Es auszudehnen in die Unendlichkeit.

Wird es nicht noch besser munden, wenn ich die Traube in ihrer Gesamtheit kenne? Kann ich nicht mehr genießen, wenn ich mich auf alles einstimme, was sie zu bieten hat?

Es ist ein kokettes Spiel. Die pralle Traube die sich so unschuldig im Korb präsentiert, und die hungrigen Augen die sich begehren. Sie wissen beide von diesem Spiel und zu was es führen wird.

Das Obst weiß, dass es nicht unachtsam heruntergeschluckt wird, sondern liebevoll verköstigt wird. Der Feinschmecker weiß, dass die Frucht sich ihrem Schicksal nicht wehren wird, sie wird sich dem Vereinnahmen hingeben, mit all ihren Besonderheiten, jedem Molekül. Ist das nicht ihre Bestimmung!?

Mhmm, köstlich.

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