Kunst

Sind wir alle nur nett zueinander, weil wir Bestätigung wollen? Mache ich das auch so?

Wann passiert es, dass man einfach nur Interesse hat dem anderen gegenüber?

Wenn man etwas Ähnliches in ihm sieht, was man mag?

Sich selbst positiv im anderen erkennt?

Ist das Selbstverliebtsein?

Ist das genau die positive Rückmeldung die man braucht, um eben zu wissen, dass man existiert?

Einen Teil im anderen zu finden mit dem man sich identifizieren kann?

Sich verbunden fühlt?

Bekommt erst dann alles einen Sinn? In dieser Verbundenheit?

Das Gefühl „Dazuzugehören“. Ein Teil vom Ganzen zu sein. Gebraucht zu werden. Eine Funktion zu haben bzw. zu sehen, dass man so richtig ist.

Kann man sich dieses Gefühl selber geben?

Sich wo wiedererkennen? Ohne andere Menschen?

Kunst kann das teilweise. Man drückt sich aus, um sich dann wieder betrachten zu können. Es ist jene Rückmeldung, die anscheinend vom Umfeld ausgeblieben ist.

So genial diese psychische Strategie/Funktion auch ist, so traurig ist sie vielleicht auch. Sie versucht Echo dort zu sein, wo alles stumm ist. Sie wird dort zum Leser, wo es keinen gibt der liest. Dort zum Zuhörer, wo keiner zuhört. Dort zum Betrachter, wo keiner hinsieht. Kunst ist also der Prozess, der ausgebliebene Rückmeldung verarbeitet. Kunst lichtet Seelen ab, um Existenz zu bezeugen.

Kunst erzählt Geschichten, Gefühlswelten, Identitäten. Vielleicht ist es der letzte Versuch, um sich selbstwirksam zu fühlen. Vielleicht ist es aber auch die einzige Möglichkeit den letzten Rest von sich zu erkennen. Denn welche Rückmeldungen werden wir von anderen Menschen bekommen? Sie werden uns das rückmelden, was sie in sich wiederentdecken und jenes was sie abstoßend finden. Und das was sie eigentlich abstoßend finden, ist oft jenes was sie auch in sich tragen, aber nicht in sich haben wollen. Dort wird dann die Grenze zum anderen gezogen.

Wie verhält es sich dann, wenn man wenigen Menschen begegnet, die ähnlich sind? Was passiert dann? Das Andersartige wird mehr sichtbar, als das was verbindet.

Welche Geschichten wird man dann über sich erzählen wollen, wenn es nicht verstanden wird? Und sind wir nicht auch unsere Geschichten unser Erlebtes?

Kann man dann überhaupt noch der bleiben der man ist? Kann man es unterlassen seine Geschichten und Gefühle zu erzählen? Kann man ignorieren, dass verwunderte oder abneigende Reaktionen kommen? Kann man dann bei sich bleiben, ohne ein Gschichtlerzähler, Lügner oder Zurückgezogener zu werden?

Ich glaube niemand der bei halbwegs klaren Verstand ist, wird sich erstens dieser Demütigung aussetzen und zweitens wird das automatisch etwas mit einem machen. Sich den negativen Bewertungen der anderen zu entziehen ist harte Arbeit. Und sich einen sicheren Bereich zu schaffen, wo die eigene Würde und Identität erhalten bleibt noch viel schwieriger.

Wie das aber ohne das „Sich-wieder-erkennen“ funktionieren soll, weiß ich auch nicht genau. Knifflige Frage.

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