Wert

Wie könnte man das Rätsel lösen, das sich um die Definition von Wert dreht?

Wie wird ein Wert ermittelt? Der Wert einer Sache oder auch einer Person?

Wenn man sich Gedanken über die Ermittlung des Wertes eines Produktes macht, dann kommt man schnell zu den Wörtern Angebot und Nachfrage. Auf Seltenheit. Auf Qualität, Eigenschaften und Funktionalität. Danach stoße ich auf folgende Gedanken: Welchen Wert hat es für andere? Bedürfnisse werden gestillt. Und schließlich: Man will sich gut fühlen.

Wenn wir in die Situation kommen, dass eine Sachen einen größeren Wert hat für uns, als sie vom Markt bewertet wird, dann sprechen wir von „emotionalem Wert“. Diese Diskrepanz von unserer Einschätzung, und die der äußeren Welt, bringt uns in einen Konflikt. Beziehungsweise werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass Wert auch irgendwie fiktiv ist. Und dass der Wert auch immer emotional ist, manchmal offensichtlicher, und manchmal weniger offensichtlich.

Was wir also als wertvoll betrachten, hängt damit zusammen, wie gut wir uns damit fühlen können. Und dafür sind wir auch bereit mehr zu investieren, also mehr zu zahlen.

Einige Menschen sind bereit viel Geld für ein teures Auto auszugeben. Andere geben viel Geld aus für aufwendig zubereitetes Essen. Wieder andere, geben ihren letzten Cent für eine teure Reise aus. Und manche Menschen zahlen viel Geld für seltenes Figürchen.

Natürlich schreibe ich hier von Dingen, Dinge die mit Geld erwerbbar sind. Aber wie schaut das mit nicht materiellen Sachen aus? Zum Beispiel mit Freundschaft, Träumen oder sogar der eigenen Identität. Messen wir auch hier den Wert, an dem Wohlgefühl?

Ist unser Selbstwertgefühl ausschließlich definiert durch unser Wohlgefühl? Kann ein Mensch ein hohes Selbstwertgefühl haben, wenn er sich nicht gut mit sich fühlt? Reicht es aus, wenn andere ihn als wertvoll empfinden, viel für ihn zahlen, in ihn investieren?

Wenn ich ein Auto habe, welches ich verkaufen möchte. Und jemand viel Geld dafür bietet, ich mich aber über dieses Angebot wundere, weil es mir zu hoch erscheint, dann würde es darauf hindeuten, dass der Preis vom Bedürfnis des Käufers definiert wurde. Und nicht durch meine Bewertung. Ich empfinde das Auto vielleicht als gar nicht mehr so toll, der Käufer vielleicht schon.

Das würde bedeuten, dass einer Sache erst dann ein gewisser Wert zugesprochen wird, wenn es irgendjemand haben möchte. Ansonsten existiert es einfach.

Und auf der anderen Seite, wird alles irgendwann einmal gebraucht. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber vielleicht irgendwann. Und dann hätte es plötzlich seinen Wert.

Das würde auch darauf hindeuten, dass Wert etwas Veränderbares ist. Also keine Eigenschaft, sondern eine momentane Zuweisung.

Und doch spricht man oft von einem absoluten Wert einer Sache. Dies und jenes ist wertvoll oder eben nicht. Diese Uhr ist wertvoll. Diese Aussage ist es nicht. Und so weiter.

Aber eigentlich ist das inkorrekt. Wir müssten eigentlich sagen: „Diese Sache ist für mich persönlich, in diesem Moment, wertvoll oder nicht wertvoll.“

Manche großen Ideen wurden in der Zeit der Entstehung, als wertlos empfunden. Zu einer anderen Zeit waren sie dann genau richtig, und wurden als sehr wertvoll empfunden.

Also hat das Ganze auch irgendwie mit Stimmigkeit zu tun. Etwas was sich gut anfühlt, ist auch stimmig. Es passt zu uns. Ist integrierbar, wertet uns auf. Gibt und einen Mehrwert, gibt uns Energie. Lässt uns vielleicht sogar wachsen, größer oder stärker werden. Gibt uns greifbare Möglichkeiten in die Hand, wie ein Werkzeug. Macht uns handlungsfähig und selbstbestimmt.

Indizien dafür, was für uns passend sein könnte, holen wir uns aus der Umgebung. Was wirklich passt, müssen wir ausprobieren. Müssen wir selbst erspüren. 

Tricky wird es dann, wenn wir Dinge verwechseln. Wenn wir denken, wir bekommen das gute Gefühl, wenn wir dies oder jenes kaufen. Wenn wir dies oder jenes machen. Wenn es eigentlich um ein verstecktes Bedürfnis geht, welches wir versuchen mit oberflächlichen Dingen zu befriedigen. Wenn wir an der falschen Stelle investieren. Also Fehlinvestitionen. 

Und auch das brauchen wir Menschen, um zu lernen. Fehler.

Der Fehler ist wie der Zeigefinger auf das Richtige. Wie eine Werbetafel die bunt blinkt, und das Wichtige hervorhebt.

Eine Welt ohne Fehler, wäre eine Welt ohne Prozess. Jeder würde alles wissen, über gestern, heute und morgen. Es wäre eine Welt ohne Abenteuer, eine Welt ohne Überraschungen, ohne Verliebtsein, ohne Stolz. Es wäre eine flache Welt.

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